Was wenn der Turbo pfeift?

Turbolader

Viele Fahrzeuge besitzen heute einen Turbolader und es spielt keine Rolle ob Sie einen Benziner oder Diesel fahren, oft sind diese defekt und müssen ausgetauscht werden. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles Wissenswertes über die Funktion, den Austausch und die Reparatur.

Wie der Turbolader funktioniert

Der Turbolader erhöht die Leistung des Motors in dem er die Abgasenergie verwendet und den Motor mit zusätzlicher Frischluft versorgt. Im Turbolader sind zwei Turbinen verbaut, die zwar in getrennten Gehäusen sitzen aber miteinander verbunden sind. Dies geschieht über eine spezielle Welle. Im Abgastrakt sitzt das Turbinenrad und wird durch den Druck der Abgase angetrieben. Das funktioniert mit bis zu 300.000 Umdrehungen in der Minute. Ein Verdichterrad ist nun verbunden mit dem Ansaugtrakt des Motors und saugt zusätzlich frische Luft an. Die Frischluft wird nun verdichtet und in den Zylinder gepresst. Durch den zusätzlich eingespritzten Kraftstoff wird nun die die Leistung des Motors gesteigert. Wenn der Motor über keinen Turbo verfügt, dann wird die Frischluft durch den Unterdruck im Zylinder zugeführt. Da die Luft durch den Ansaugtrakt angesaugt wird, nennt man diese Motoren auch Saugmotoren. 

So wird der Turbolader gesteuert

Damit der Turbo und der Motor nicht überlastet wird, muss dieser natürlich reguliert werden. Die Steuerung wird in der Regel von einem Wastegate-Ventil übernommen. Ist dieses geöffnet werden die Abgase am Turbinenrad vorbeigeführt und der Ladedruck reduziert sich. Über eine Unterdruckdose wird geregelt wann sich dieses Ventil öffnet oder schließt. 

Der defekte Turbolader

Ist ein Turbolader defekt liegt das selten am Verschleiß. Meist kommt der Defekt an diesem Teil durch eine fehlerhafte Ölversorgung. Wird die Verbindungswelle nicht ausreichend mit Öl geschmiert kann dies dafür sorgen, dass das Teil reißt. Verantwortlich ist dafür meist ein verstopfter Ölfilter oder schlechtes Öl, wie auch Fremdpartikel im Öl oder verstopfte Ölkanäle. Sollte Ihr Auto über einen Turbolader verfügen ist auch unbedingt zu vermeiden, dass der Motor heiß abgestellt wird. Denn auch der Turbolader kann sich bis auf 1000° Celsius aufheizen. Stellen Sie den Motor nun einfach ab, wird die Ölversorgung im Turbolader unterbrochen und die Wärme kann nun nicht mehr abgeleitet werden. Dadurch können die Ölkanäle verstopfen, da das Öl verbrennt und klumpt. Mit viel Glück ist es möglich die Kanäle zu reinigen, oft auch ohne dass der Turbolader dafür entfernt werden muss. Dieses Reinigungs-Set können Sie im Fachhandel kaufen und auch ohne Fachkenntnisse verwenden. 

Oft kann sich eine Reparatur lohnen

Sobald es Hinweise auf einen Defekt im Turbolader gibt, sollten Sie ein Fachwerkstatt aufsuchen. Meist können Sie dies feststellen, wenn das Teil anfängt zu pfeifen, wenn es zu Leistungsverlust kommt, sich Rauch entwickelt oder der Ölverbrauch steigt. Da dies aber auch andere Fehlerquellen haben könnte, ist die Überprüfung unerlässlich. Dies ist besonders wichtig, da durch einen defekten Turbolader weitere Schäden auftreten können. Ist der Ölverlust sehr hoch kann dies auch dazu führen, dass der Katalysator zerstört wird. 

 

Auch wenn sich in den meisten Fällen eine Reparatur durchaus lohnt, wagen sich nicht viele Werkstätten an solch eine Arbeit. Hierzu benötigt man neben der entsprechenden Erfahrung ebenfalls spezielles Werkzeug. Und dies ist nicht immer vorhanden. Aus diesem Grund wird meist vorgezogen den Turbolader komplett zu tauschen. Dabei steigen die Reparaturkosten beim Austausch schnell die 1.000 Euro Grenze, da dies bereits der Preis für einen neuen Turbolader ist. Bei einer Reparatur liegen die Kosten bei ca. 400 Euro.

 

Eine weitere Möglichkeit ist aber auch, sich einen gebrauchten Turbolader zu kaufen. Vielleicht haben Sie Glück und finden das entsprechende Modell auf einem Schrottplatz wie der Autoverwertung Leipzig. Dadurch kann ein Austausch natürlich deutlich günstiger werden und Ihr Fahrzeug verfügt schon bald wieder über die volle Power.